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Was bedeutet biologischer Weinbau?

Was bedeutet biologischer Weinbau?

 

Was bedeutet biologischer Weinbau?

Für uns bedeutet biologischer Weinbau zunächst einmal außerordentliche Weinqualität. Denn unsere Winzer liefern lagen- und sortentypische Weine, charakterstark und terroirgeprägt. Biologischer Anbau bedeutet aber auch mit Respekt vor Natur und Umwelt zu wirtschaften, in ökologischen Kreisläufen zu denken, sowie auf chemische-synthetische Pflanzenschutzmittel, leicht lösliche mineralische Düngemittel und Gentechnik zu verzichten.

 

Auf die richtige Sorte kommt es an!

Nicht jede Sorte eignet sich für jeden Standort. Das ist nichts Neues, aber im ökologischen Weinbau kommt der Sortenauswahl eine besondere Bedeutung zu, denn zur Bekämpfung von Krankheiten wie z.B. dem Mehltau sind nur wenige Präparate zuglassen. Seit Anfang der 1990er Jahre sind pilzwiderstandsfähige Rebsorten (sogenannte Piwis) auf dem Vormarsch. Klassische Sorten wie Riesling und Spätburgunder gehören hierzulande zu den beliebtesten Reben.

 

Mehr Grün - weniger Dünger

Im Gegensatz zur konventionellen Anbaumethode, wird in der ökologischen Landwirtschaft nicht nach Entzug gedüngt. Dies bedeutet, dass nicht primär die Nähstoffe ersetzt werden, die dem Boden entzogen werden, sondern es sollen positive Bedingungen für nützliche Bodenlebewesen geschaffen werden. Die Fruchtbarkeit hängt wesentlich von der richtigen Kombination aus Düngung, Boden- und Begrünungspflege ab. Durch den Anbau von Leguminosen, wie Klee, die zusammen mit Bakterien den Luftstickstoff natürlich binden können, erfolgt eine umweltfreundliche Düngung des Weinbergs. Durch mechanische Maßnahmen wie Rebschnitt und pflanzenbauliche Maßnahmen wird versucht, den Unkraut- und Krankheitsdruck möglichst gering zu halten. Doch trotz aller Vorkehrungen, wie Spritzbrühen auf Kräuterbasis (gegebenenfalls mit Zusatz von Schwefel, Kalk oder Kupfer), muss im Bio-Anbau mit einem gewissen schädlingsbedingten Ausfall gerechnet werden.

 

Weniger Ertrag – mehr Qualität

Nicht nur Schädlingsbefall dezimiert den Ertrag der Bio-Winzer. Auch der Verzicht auf chemisch-synthetisch Dünger vermindert die Ernte. Der Durchschnittsertrag liegt etwa 25 – 50% unter dem des herkömmlichen Weinbaus. Jedoch bringt weniger Menge gehaltvollere Weine mit hohem Potential hervor, sorten- und lagentypisch, mit einer Vielfalt an Inhaltsstoffen, einem großen Säurespektrum und einer Fülle an terroireigenen Aromen.

 

Der Geschmack des Ursprungs

entsteht da wo Tradition auf Moderne trifft, wo Begeisterung sich mit Knowhow mischt und wo weniger mehr ist. Im Keller werden sorten- und gebietstypische sowie reintönige Weine mit hoher Qualität erzeugt und dabei so wenig wie möglich Behandlungsmittel verwendet. Als Mindeststandard gilt die EU-Richtlinie für ökologischen Landbau (2092/91), die festlegt, welche Hilfsmittel im Weinberg und im Keller eingesetzt werden dürfen. Die Anbauverbände wie Demeter oder Nature et Progrès, denen die meisten Biowinzer angehören, haben in der Regel noch einmal strengere Auflagen als die EU.

Deshalb verzichten Bio-Winzer auf die meisten im konventionellen Weinbau zulässigen Schönungs- und Hilfsmittel. Soweit sich aus den EU-Vorschriften nichts anderes ergibt, müssen die zugelassenen Stoffe aus ökologischen Ausgangsstoffen gewonnen sein. Die Weine werden häufig mit natürlichem Bentonit oder Eiweiß geklärt.

 

Ganz ohne geht es oft nicht
Für die geschmackliche Stabilität sowie Lager- und Transportfähigkeit wird auch dem Biowein Schwefel zugegeben. Es bilden sich in wässriger Lösung Schwefeldioxid beziehungsweise Sulfite, die konservierend wirken. Verglichen mit konventionellem Wein, gelten für Biowein allerdings strengere Schwefeldioxid-Grenzwerte: In trockenem Rotwein mit einem Restzuckergehalt von 2g/l dürfen höchstens 100 mg/l Schwefeldioxid enthalten sein. Für Weiß- und Roséwein mit entsprechendem Restzuckergehalt gilt ein Höchstwert von 150 mg/l. Bioweine enthalten daher um mindestens ein Drittel Wein weniger Sulfit als konventionelle Weine.

 

Kontrolle ist gut
Die Weingüter werden jährlich mindestens einmal von einem unabhängigen Institut kontrolliert und zertifiziert, hinzu kommen unangemeldete Betriebskontrollen. Auf dem Etikett ist diese Garantie an der Kontrollnummer zu erkennen. Überwacht wird der strikte Verzicht auf konventionelle chemische Pflanzenschutzmittel und auf synthetische Dünger ebenso wie die Kellerwirtschaft der Betriebe.